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Spannende Abwechslung zu COVID-19

Vetmedservice Osteosarkom Katze Radius dp aktuellIch möchte euch heute einen interessanten Fall einer Kollegin vorstellen und hoffe euch ein wenig Abwechslung zur COVID-19-Thematik zu geben.

Der Vorbericht der ca. 10 Jahre alten EKH enthielt das Auftreten eines „Elefantenbeines“ und zunächst Röntgenbilder der Vordergliedmaße von vor zwei Jahren...

Auf diesen Röntgenbilder waren Exostosen an beiden Ellbogen besonders im Bereich der Sehnenansätze und im Bereich des linken distalen Radius auffällig. Eine Hypervitaminose A, die ähnlich aussehen kann, konnte vorberichtlich ausgeschlossen werden (die Katze erhielt kommerzielles Katzenfutter).

Die aktuellen Röntgenbilder zeigten dann die beschriebene massive Weichteilschwellung („Elefantenbein“) der linken Vorderextremität. Die Exostosen waren im Vergleich zum Röntgen von vor zwei Jahren wenig größer geworden. Allerdings konnte die Kortikalis im Bereich des distalen Radius nicht mehr gut nachvollzogen werden.Die Kollegin führte eine FNAB der Weichteilschwellung durch und bekam das Ergebnis: maligner mesenchymaler Tumor, DD: Fibrosarkom mit Riesenzellen vs. Osteosarkom.

 

Knochentumore bei Katzen sind meist Osteosarkome, gefolgt von Fibrosarkomen, Chondrosarkomen und Hämangiosarkomen.

Da Knochentumore bei der Katze relativ selten sind, wissen viele nur wenig darüber, denn tatsächlich verhalten sich z.B. Osteosarkome bei der Katze anders als beim Hund und haben i.d.R. eine deutlich bessere Prognose. Deshalb hier ein paar wichtige Fakten zum Osteosarkom bei der Katze:

Es gibt neben der skeletalen Form auch eine extraskeletale Variante mit Sitz meist in der Subkutis oder in der interskapulären Region. Die skeletale Form tritt gehäuft an den Gliedmaßen, besonders am proximalen Humerus, distalen Femur und an der proximalen Tibia auf aber es gibt auch axiale Formen (Schädel, Wirbelsäule, Rippen). Das feline Osteosarkom an den Gliedmaßen ist weniger aggressiv als das canine. Es zeigt ein langsameres Wachstum, seltener Metastasen und diese treten später im Krankheitsverlauf auf. Therapeutisch gesehen ist die Amputation OHNE Chemotherapie (im Gegensatz zum Hund) häufig kurativ!

Leider haben sich die Besitzer dieser Katze gegen die Amputation entschieden, besonders aufgrund des starken Übergewichts der Katze und dem bereits veränderten Ellbogen der kontralateralen Seite. Ansonsten ist meine Erfahrung mit Gliedmaßenamputationen bei Katzen hervorragend und eine Einschränkung der Lebensqualität nach Abheilen der OP-Wunden ist meist nicht ersichtlich. Die fachlich versierte Besitzeraufklärung kann hier einigen Katzen noch schöne Jahre schenken.

 

Vetmedservice maligner mesenchymaler Tumor klein

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