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Felines Asthma und Differentialdiagnosen

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  • Felines Asthma:  Felines Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der unteren Atemwege, die unter den Oberbegriff Feline Lower Airway Disease fällt. Es handelt sich dabei um einen Krankheitskomplex, der vermutlich auf eine allergische Reaktion auf inhalierte Allergene zurückzuführen ist.
    Man unterscheidet entzündliche Formen (felines Asthma, chronische Bronchitis) von nicht entzündlichen (Infektion mit Parasiten). Derzeit herrscht Uneinigkeit, ob felines Asthma und chronische Bronchitis lediglich synonyme Bezeichnungen für dasselbe Krankheitsgeschehen sind oder als unterschiedliche Erkrankungen gesehen werden müssten. Nicht behandeltes Asthma kann zu hochgradiger Obstruktion der Atemwege führen. Eine Hyperinflation der Lunge ist die Folge, die zu einer dauerhaften Schädigung des Lungengewebes infolge Bronchiektasie, Fibrose und Emphysem führt.
    • Therapiemöglichkeiten
      • akute Atemnot: In akuten respiratorischen Notfällen sollte eine schnelle parenterale Therapie mit einem Bronchodilatator (Terbutalin) und einem schnell wirkenden Kortison (Dexamethason) erfolgen. Ferner ist es wichtig Stress für das Tier zu vermeiden und eine ausreichende Sauerstoffzufuhr sicherzustellen. Akute Atemnot bei felinem Asthma stellt die häufigste Ursache für das Auftreten eines spontanen Pneumothorax dar, daher sollte dies bei Nichtansprechen auf initiale Therapie unbedingt berücksichtigt und ggf. eine Thorakozentese durchgeführt werden.
      • Langzeitmanagement: Die klassische Therapie des felinen Asthmas besteht in der oralen Gabe von Glukokortikoiden (Prednisolon) in der niedrigsten effektiven Dosis. Aktuelle Studien legen nahe, dass eine zusätzliche Gabe von Propentophyllin einer Monotherapie mit Prednisolon überlegen ist. Mittlerweile gehören Inhalationsmedikamente zur Standardtherapie. Es wird eine Kombinationstherapie aus Kortison (Fluticason) und Bronchodilatator (Albuterol) empfohlen. Initial kann in schweren Fällen Prednisolon oral und Inhalation mit Fluticason sinnvoll sein. Albuterol sollte jedoch nicht als Monotherapie verabreicht werden, da hierdurch keine Kontrolle der Entzündung zu erreichen ist und Nebenwirkungen wie Tachykardie, Tremor und Hypokaliämie möglich sind.
      • Inhalation mit Kochsalz oder Mukolytica (z.B. N-Acetycystein) kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht empfohlen werden, da keine Beweise für deren Wirksamkeit vorliegen und Mukolytica ihrerseits zu Bronchospasmen führen können.
  • chronische Bronchitis: Es handelt sich um eine idiopathische chronisch entzündliche Erkrankung der unteren Atemwege die zu täglichem Husten führt. Während der Hustenanfälle kann der Patient sonst jedoch völlig symptomlos sein oder Tachypnoe in Ruhephasen zeigen. Eine chronische Bronchitis ist klinisch nur sehr schwer von felinem Asthma abgrenzbar. Der pathophysiologische Unterschied besteht in einer reversiblen Bronchokonstriktion und dem Auftreten von eosinophilen Granulozyten im Bronchialmukus bei felinem Asthma. Bei einer chronischen Bronchitis finden sich dahingegen hauptsächlich neutrophile Granulozyten. Röntgenologisch kann die Lunge betroffener Patienten bei chronischer Bronchitis und Asthma unauffällig oder v.a. bronchial gezeichnet sein. Je nach Schwere der Erkrankung können auch interstitielle Lungenzeichnungen auffallen. Dies kann eine diagnostische Herausforderung darstellen, da derartige röntgenologische Veränderung auch bei anderen Erkrankungen (Neoplasien, parasitären Infektionen und Pneumonie) auftreten können. Die effektivste Langzeittherapie chronischer nicht infektiöser Bronchitis besteht in der oralen Gabe oder der Inhalation von Kortikosteroiden, da diese die Entstehung von Zytokinen hemmen, die in den Atemwegen zu Entzündungsreaktionen führen. Ferner sollten Bronchodilatatoren (Terbutalin, Albuterol, Theophyllin, Aminophyllin) unterstützend eingesetzt werden, um der bestehenden Bronchokonstriktion entgegen zu wirken. Die Therapie entspricht also im Wesentlichen der des felinen Asthmas.
  • Lungenparasiten: Eine weitere wichtige Differentialdiagnose ist der Befall mit Aerulostrongylus abstrusus, dessen klinische Symptome (Husten, erschwerte Atmung) und röntgenologisches Erscheinungsbild (peribronchial bis diffus interstitiell nodulär) dem felinen Asthma sehr ähnlich sind. Häufig verläuft ein Befall mit Lungenwürmern jedoch subklinisch. Die Diagnose kann mittels Kotuntersuchung (Baermann Sedimentation) gestellt werden. Eine Behandlung erfolgt mit Entwurmungsmitteln wie Fenbendazol oder Selamectin.
  • Eosinophile Pneumonie (Hypereosinophilen Syndrom): Es handelt sich dabei um eine Erkrankung der terminalen Bronchien, Alveolen und Kapillaren, die durch die Infiltration mit eosinophilen Granulozyten gekennzeichnet ist. Röntgenologisch stellt sich die Lunge vorwiegend bronchointerstitiell gezeichnet dar. Husten ist das klinische Hauptsymptom der Erkrankung. Das Fehlen einer peripheren Eosinophilie schließt das Vorliegen der Erkrankung nicht aus, eine Diagnose kann durch die Untersuchung von Bronchialsekret gestellt werden. Es können dabei in sehr hoher Zahl (>200-400 cells/mcL) eosinophile Granulozyten isoliert werden. Eine Therapie erfolgt mit Glukokortikoiden.
  • Protozoen Pneumonie: Toxoplasma gondii verursacht in seltenen Fällen interstitielle Pneumonien mit akutem oder langsam progressivem Verlauf. Da in serologischen Tests falsch positive und falsch negative Ergebnisse nicht selten sind ist eine definitive Diagnose auf diesem Weg nicht möglich. Vielmehr können Tachyzoiten im Bronchiallavagesekret nachgewiesen werden. Eine Therapie erfolgt mit Sulfonamiden oder Clindamycin.
  • Bakterielle Pneumonie: Bei dieser Form der Pneumonie handelt es sich um eine entstehende Entzündungsreaktion im Lungengewebe aufgrund infektiöser Erreger mit Sekretion von Entzündungsflüssigkeit und Mukus in die Bronchien und Alveolen. Bakterien gelangen vor allem durch Inhalation oder Aspiration in die Lunge, weniger häufig hämatogen. Es handelt sich hierbei um Mischinfektionen durch sekundär pathogene Keime. Daher sollte nach der Diagnosestellung bakterielle Pneumonie, immer nach einer prädisponierenden Grunderkrankung (z.B. hohes Alter, Immunsuppression, bestehende Atemwegserkrankung) gesucht werden. Die am häufigsten isolierten Keime sind E. coli, Pasteurella, Staphylokokken, Streptokokken, Mykoplasmen und Bordetella bronchiseptica. Röntgenologisch ergibt sich kein einheitliches Bild, es können diffus broncho-interstitielle bis zu alveoläre Lungenzeichnungen auffällig sein.
  • Virale Pneumonie: Viren sind primäre respiratorische Pathogene, die entweder Respirationstrakt spezifisch (Influenza, Calicivirus, Herpesvirus) sind oder eine polysystemische Erkrankung (FIP) hervorrufen. Bei der Katze häufig auftretende Calici- und Herpesvirusinfektionen können mittels PCR aus Sekreten des Respirationstrakts nachgewiesen werden und wurden in diesem Fall ausgeschlossen. Seit neuestem werden auch sporadisch Fälle von Influenza (H3N2, H3N8, H5N1) bei Hunden und Katzen nachgewiesen, die ein potentielles Zoonoserisiko bergen. Des Weiteren prädisponieren virale Pneumonien für bakterielle Sekundärinfektionen die in der Regel für schwere Verläufe verantwortlich sind. Eine spezifische antivirale Therapie kann im Einzelfall sinnvoll sein wird aber nicht generell empfohlen, da deren Wirksamkeit in der Tiermedizin nicht ausreichend untersucht wurde. Die Therapie einer viralen Pneumonie beruht daher auf unterstützenden Maßnahmen je nach Schwere des Verlaufs variierend. Außerdem ist eine antibiotische Behandlung bei einer nachgewiesenen bakteriellen Sekundärinfektion indiziert.
    • UPDATE SARS CoV2: Quelle TiHo Hannover Porfessor Dr. Albert Osterhaus Leiter des Research Center for Emerging Infections and Zoonoses der TiHo "..., dass Hunde oder Katzen keine Rolle für die Verbreitung unter den Menschen spielen. Beim ersten SARS Virus konnten wir nachweisen, dass sich Katzen in Ausnahmefällen infizieren können, aber die Tiere spielten epidemiologisch weiter keine Rolle. ..."
  • Neoplasie: In der Lunge treten sowohl primäre Lungentumore als auch Metastasen nichtrespiratorischer Neoplasien auf, letztere weitaus häufiger. Röntgenologisch kann keine sichere Diagnose gestellt werden, sichtbare Lungenveränderungen können von interstitiellen, alveolären bis miliar-interstitielle Zeichnungen reichen. Primäre Lungentumore stellen sich röntgenologisch häufig als solide Massen dar. Bei bestehendem Verdacht auf eine vorliegende Neoplasie, sollte die Diagnose in jedem Fall durch Lavage, Aspirate oder Biopsien der Lunge gesichert werden.
  • Lungenödem: Ein Lungenödem ist keine Erkrankung an sich, sondern stellt eine mögliche Konsequenz einer zugrundeliegenden Erkrankung dar. Ein Lungenödem kann durch erhöhten hydrostatischen Druck, verringerten onkotischen Druck, erhöhte Gefäßpermeabilität oder verringerte Lymphdrainage hervorgerufen werden. Hierdurch kommt es zur Flüssigkeitsansammlung im Interstitium und den Alveolen. Es werden kardiogene und nicht kardiogenen Lungenödeme unterschieden. Kardiale Lungenödeme können durch einen Herzultraschall ausgeschlossen werden. Folgende Erkrankungen begünstigen die Entstehung nichtkardialer Lungenödeme: z.B. Sepsis, Schock, Pankreatitis, Protein-losing-Nephropathie, Leberversagen.

                                                                                                                    

 

 

 

 

 

 

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